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Eindrücke vom #knk19

Zum Abschluss des ersten Klimanotstandkongresses in Berlin, ausgerichtet von der VolksinitiativeKlimanotstand Berlin, fordern die Teilnehmer*innen die Bundesregierung gemeinschaftlich auf, den Klimanotstand für Deutschland auszurufen. Am Samstag diskutierten über 120 Vertreter*innenaus 35 deutschen Kommunen mit Klimaaktivist*innen, Politiker*innen und Wissenschaftler*innern einen Tag lang darüber, wie Bürger*inneninitiativen, Städte und Kommunen dazu beitragen können, den Klimaschutz auf allen politischen Ebenen zu höchster Priorität zu erklären.

Es sprachen sowohl Luisa Neubauer und Clara Mayer von FridaysForFuture Berlin als auch der Schweizer Klimastreik-Aktivist Philippe Kramer, der von der erfolgreichen Petition in seiner Heimatstadt Basel berichtete, die als erste deutschsprachige Stadt im Februar 2019 den Klimanotstand erklärte. ScientistsForFuture Mitbegründer Prof. Dr. Christoph Schneider gab einen aktuellen Überblick zur Klimaforschungund sprach von einer „kulturellen Verantwortung“ gegenüber zukünftiger Generationen.

Ausgerichtet wurde der Kongress von der Berliner Volksinitiative Klimanotstand, die im August über 40.000 Unterschriften für die Ausrufung des Klimanotstands an das Berliner Abgeordnetenhaus übergeben hatte.“ Die aktuelle Politik der Bundesregierung ist weit davon entfernt, das 1,5-Grad-Ziel des Pariser Klimaschutzabkommens einzuhalten. Vielen Menschen in Deutschland ist der Ernst der Lage bewusst. Die zahlreichen kommunalen Bewegungen möchten dafür sorgen, dass diese Botschaft bei der Bundesregierung ankommt. Unser erster Klimanotstandkongress in Berlin gab allen deutschlandweiten Klimaschützer*innen die Gelegenheit, Erfahrungen auszutauschen und gemeinsam Pläne zu erarbeiten, mit dem Klimanotstand in Deutschland umzugehen. Nur gemeinsam können wir der katastrophalen Situation begegnen.” sagt Marko Dörre, Gründer der Volksinitiative Klimanotstand Berlin. Zum Abschluss der Veranstaltung verabschiedeten alle Teilnehmer*innen eine Resolution mit der Forderung an die Bundesregierung, für Deutschland den Klimanotstand auszurufen. Die Resolution im Wortlaut findet sich am Ende dieses Artikels.

 

Einige erste Schlaglichter:

Prof. Dr. Bernd Hirschl präsentiert Ergebnisse einer Recherche des IÖW, Institut für ökologische Wirtschaftsforschung: Klima-Vorbehalt: Die Klimschutzauswirkungen aller anderen politischen Entscheidungen werden bei einer großen Zahl derer Klimanotstands-Kommunen in Zukunft geprüft und können somit politisch debattiert werden.

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Prof. Dr. Christoph Schneider von der Humboldt-Universität Berlin: “Das System ändert sich schneller, als die Klimamodelle prophezeit haben…Mitte dieses Jahrhunderts dürften wir einen eisfreien arktischen Ozean erleben… Und die Menschheit erwärmt das globale Klima mind. zehn mal schneller als es die Natur je vermochte…
Das ist, als wenn man mal den Hahn aufdreht und alles raus lässt.” (zum Peak der CO2 Konzentration in der Atmosphäre)

Prof. Dr. Christian Witt von der Charité Berlin: “Die dreckigsten Teile unserer Stadt, und auch die heißesten, sind die mit den höchsten Mieten… Von Mahlsdorf in die Stadt und wieder zurück habe ich eine Differenz von bis zu 8 Grad. Was macht das mit kranken Leuten?
Wenn es nur 1 Grad wärmer ist, dann wird hier schon richtig gestorben.”

Lisa Badum-Abgeordnete aus Bayern: “Zivilgesellschaft überwindet die Kluft… 64 Kommunen haben Klimastand schon ausgerufen. Warum ist Signalkraft so wichtig?
Weil es eine Beweislastumkehr ist. Wir müssen dahin kommen, dass sich derjenige rechtfertigen muss, der sagt, ich will CO2 in die Luft pusten.“


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Der Kongress verabschiedete eine Resolution an die Bundesregierung, den Klimanotstand im Sinne des englischen Begriffs climate emergency zu verabschieden.


Eine ausführliche Dokumentation mit Videos zu den Keynotes werden wir in wenigen Wochen unter klimanotstandkongress.de online stellen.

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